Eigentlich waren die Voraussetzungen nicht gerade günstig: in einem eher unbedeutenden Teil des Römischen Reiches tritt ein junger Wanderprediger auf, predigt von der Buße und der Erneuerung des Glaubens, sammelt einige Anhänger um sich und wird nach kurzer Wirkenszeit schmählich zu Tode gebracht. Hätte die Jesusgeschichte hier geendet, sie wäre kaum eine Fußnote in der Geschichtsschreibung. Doch seine Anhänger, die ihn erlebt haben, wurden auf so unglaubliche Art und Weise von seiner Person, seinem Handeln und seinen Worten berührt, dass sie in Jesus Gott selbst am Werk sahen. Das motivierte sie, Jesu Worte und Taten weiter zu erzählen, sogar aufzuschreiben und sie der Nachwelt zu überliefern. In rasant kurzer Zeit verbreitete sich die neue Bewegung in großen Teilen des Römischen Reichs und wurde von einer innerjüdischen Reformbewegung zu einer Weltreligion – und das ist das Christentum bis heute. Doch die Entwicklung dahin lief nicht reibungslos ab und war von Anfang an mit einem Ringen um die Wahrheit und den rechten Glauben verbunden, und oft genug mit massiven Konflikten, schmerzhaften Trennungen und Verfolgungen. » Read more: Das Ringen um die christliche Identität in den ersten Gemeinden
Krieg und Frieden – Predigt am 11. September
9. September 2011 No comments »Liebe Gemeinde,
die Bilder des 11. September 2001 werden uns in diesen Tagen wieder vor Augen geführt: die brennenden Türme, der zerstörte Flügel des Pentagon, die 4. Maschine zerschellt auf einem Acker. Menschen in den dunkelsten Stunden ihres Lebens, manche auch in den letzten Stunden ihres Lebens. Die Unausweichlichkeit ihres Sterbens ist immer noch ein Horror, und die Brutalität und bodenlose Verachtung des Lebens, mit dem die Verantwortlichen der Terroranschläge Tausende in den Tod trieben, ist unfassbar.
Wer immer daran gezweifelt hat, dass das Böse in der Welt sehr präsent ist, ist eines bitteren Besseres belehrt worden. Und das Böse hörte nach den Anschlägen nicht auf, sondern wandelte sich. Wegen des 11. September wurde Kriege geführt, zahllose Leben vernichtet. Ist diese Welt dadurch besser geworden? Ich glaube nicht. » Read more: Krieg und Frieden – Predigt am 11. September
Ehrenamt? Ehrensache!
27. August 2011 No comments »Unverhofft klingelt es an der Tür: ein netter Mensch stellt sich vor und erzählt von seiner Mitarbeit beim Aufstellen von Zaun und Tor des Kindergartens Elm vor einigen Jahren. Nun wird es neu gemacht und er ist interessiert am Vorangehen der Arbeiten und bietet sogar erneut Hilfe an. Eine tolle Begegnung! Als Pfarrer kann man da nur eines sagen: von Herzen Dankeschön! Erst mit Menschen, die einen Teil ihrer Zeit und Kraft der Kirchengemeinde zur Verfügung stellen, läuft die Arbeit richtig gut.
Es gibt viele Stellen, wo es möglich und auch nötig ist, dass neben den hauptamtlichen Mitarbeitern noch mehr Menschen mitarbeiten: bei der gemeinsamen Leitung der Gemeinde im Kirchenvorstand, bei der Gottesdienstgestaltung, im KiGo-Team, im Besuchsdienst, in der Seniorenarbeit und Frauenarbeit und und und. Das betrifft die Arbeit in Gruppen, die oft über Jahre und Jahrzehnte laufen genauso wie das einzelne Projekt. Denken Sie nur an den gelungenen Kirchentag in Schlüchtern! Viel Engagement war nötig, um ihn auf die Beine zu stellen, und viel Vorbereitung, aber es ist gelungen und war ein wunderbares Fest. Oder den Unternehmer, der mit seinem Know-How, seiner technischen und personellen Ausstattung ganz selbstverständlich hilft, eine große Baustelle in den Griff zu bekommen.
Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre der Auftrag der Kirchengemeinde, das Evangelium zu den Menschen zu bringen, nicht zu erfüllen. » Read more: Ehrenamt? Ehrensache!
Klarstellung zum Bericht der GNZ am 14.8.2010
14. August 2010 1 comment »
Im Artikel der Gelnhäuser Neue Zeitung vom 14.8.2010 “Widerstand gegen die Plände des Bischofs” zu der anstehenden Pfarrstellenanpassung wird eine aktuelle Kontroverse in der Gemeinde beschrieben. Leider ist der Artikel in einigen Punkten nicht ganz präzise und mit zum Teil irreführenden Interpretationen versehen. So finde ich, dass die klare und überaus begrüßenswerte Position des Bischofs, Kirche im ländlichen Raum präsent zu halten, dabei aber gleichzeitig den wirtschaftlich notwendigen Einsparungsvorgaben zu entsprechen, wie die Quadratur des Kreises erscheint. Das ist für alle Beteiligten äußerst schwer umzusetzen. Ich kenne kein Modell, das diese beiden Positionen gleichwertig miteinander vereint. Diesen beiden widerstrebenden Poeln gerecht zu werden und ein zukunftsfähiges Modell zu erarbeiten verlangt von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Anstrengung, Kreativität und Feingefühl.
Der KOMM(unikations)RAUM
7. August 2010 No comments »
Die Räume einer Kirchengemeinde dienen der Gemeinschaft von Menschen: dort wird geredet und gearbeitet, gelacht und getrauert, gebetet und gesungen. Zugleich sind die Gemeinderäume auch ein wesentlicher Spiegel des Selbstverständnisses einer Kirchengemeinde: Wie sind sie gestaltet? Welche Formen und Farben wurden ausgewählt? Unterstützen die Räume den Inhalt des Zusammenseins? Vor allem aber: Sind sie einladend? Werden die Menschen, die diesen Raum betreten, sich darin wohl fühlen und gern wiederkommen?
In meiner Gemeinde wird das Gemeindebüro von der Gemeindesekretärin betreut, die die anfallenden Büroarbeiten erledigt und Ansprechpartnerin für allerlei Anliegen der Gemeindemitglieder ist.
Mein “dolles Dorf”
16. Februar 2010 No comments »Anruf des Bürgermeisters am Donnerstag abend, 20.38, mitten in der Chorprobe, auf meinem Handy: „Wir sind als dolles Dorf im hr-Fernsehen gezogen worden! Wir treffen uns heute abend noch mit dem hr-Team zur Besprechung im Rathaus. Kommen Sie?“ Natürlich komme ich. Wenn das Dorf vorgestellt wird, darf die Kirche nicht fehlen, und damit ich als Pfarrerin auch nicht. Im Rathaus ab 22.00 Uhr: eine fröhliche große Runde von neugierigen Menschen, die ihren Verein oder Aktivität gern präsentieren möchten und Teil sein wollen im Fernsehbeitrag. Das Fernsehteam wird begeistert und mit Tusch empfangen, und dann wird besprochen, wie der Ort am besten präsentiert werden kann, was hier typisch ist und wie was wann gedreht werden kann. Die Kirche steht nur auf der Liste des Bürgermeisters weit oben, für das Fernsehteam ist sie zunächst kein hotspot. » Read more: Mein “dolles Dorf”
Zwischenstand: … und nicht zurück auf Null
3. Februar 2010 No comments »Im Januar fand nach dem Ende meiner Hilfspfarrzeit mein feierlicher Einführungsgottesdienst in der Kirchengemeinde statt, in der ich nun seit knapp drei Jahren Dienst tue. So viel Freundlichkeit, ehrliche Anteilnahme und Wertschätzung spürte ich an dem Tag, wie sie einem Pfarrer wohl nur selten gebündelt gesagt wird. Meine Predigt im Gottesdienst lesen Sie hier: Liebe Gemeinde, einige von euch mögen sich gewundert haben, jetzt zu meinen Einführungsgottesdienst eingeladen zu werden. “Ja, was waren Sie denn vorher?” und ähnliche Fragen habe ich mehrfach gehört. “Sie sind doch schon Pfarrerin!” Ja, bin ich auch, seit meiner Ordination. Meine Lehrzeit war vorher das Vikariat, und ich bin schon seit fast drei Jahren hier eure Pfarrerin. Heute die Einführung zu feiern, hat formale Gründe, vergleichbar einer Beförderung. Aber natürlich: an einem solchen Tag schaue ich auch zurück auf das, was gewesen ist, und wie ich hierher gekommen bin und was meine Arbeit prägt. 
Aus dem Vikariat hierher hat mich ein Satz begleitet, und er hat nie besser gepaßt als gerade heute. Ein Satz, den mir eine Freundin, selbst Pfarrerin, zu Beginn meines Vikariats sagte in Bezug auf meine Aufgabe als Liturgin im Gottesdienst. Sie sagte: Es geht nicht um dich. » Read more: Zwischenstand: … und nicht zurück auf Null
Besucher
12. Januar 2010 No comments »Über´s Besuchen habe ich hier bereits geschrieben. Hier noch ein paar Slides dazu:
Schokolade gefällig?
No comments »Nach den Feiertagen kann ich eigentlich keine Schokolade mehr sehen. Einzige Ausnahme ist „Chocolat“, der Film von Lasse Halström. Besonders nett finde ich die Szene, in der Père Henri in seiner Osterpredigt feststellt, dass es nicht darauf ankomme, wen wir als Gemeinde ausschließen, sondern wen wir bei uns aufnehmen. Seiner Meinung nach sollten wir Jesus vor allem in seiner Menschlichkeit folgen, in seiner Güte und Toleranz. Und Güte zeigt sich eben nicht in der Strenge, sondern in der Offenheit, vor allem der Offenheit gegenüber anderen Menschen.
So wünschen wir uns das auch für unsere Kirchengemeinde: offen gegenüber anderen, nicht abgrenzend, sondern integrierend. » Read more: Schokolade gefällig?