Kirchenvorstand – Verwaltung des Mangels?

25. Oktober 2009 von Geeske Leave a reply »

Ein ganz normaler Abend im Kirchenvorstand. Eine Runde netter Menschen, denen die Kirche und die Menschen vor Ort so sehr am Herzen liegt, dass sie ihre Freizeit mit ehrenamtlicher Arbeit für die Kirche füllen. Doch leider – viel zu oft keine fröhliche, positive, der Zukunft zugewandte Runde. Denn auf der Tagesordnung findet sich Unangenehmes: Bausachen, Verwaltung, das liebe Geld. Es wird überall weniger und knapper, ist der Eindruck der hängen bleibt. Der Kirchenvorstand beschäftigt sich mehr mit Verwaltungsaufgaben, als ihm gut tut. Die geistlichen Leitungsaufgaben, die der Kirchenvorstand ja auch hat, kommen viel zu oft zu kurz. Immer häufiger stellen sich die Fragen im Kirchenvorstand: Worum geht es uns eigentlich noch? Verlieren wir uns nicht zu sehr in Verwaltungsfragen? Haben wir nicht schon verloren, angesichts knapper werdender Ressourcen überall? Glauben wir noch an den Sinn unserer Arbeit?
Auch im Kirchenvorstand macht sich Erschöpfung und Frust breit. Ermutigend steht ein gutes Wort für die Arbeit im Kirchenvorstand dagegen, eines der großen Worte Jesu: “Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.” Wir antworten darauf wie der Vater des kranken Kindes: “Ich glaube, hilf meinem Unglauben!” Es ist ein menschliches Paradoxon von glauben wollen und immer wieder an seine Grenzen stoßen. “Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt” heißt für die ehrenamtliche Arbeit in einer Kirchengemeinde für mich vor allem immer den Menschen zu sehen und nicht auf die Zahlen oder die Funktionen zu reduzieren. Wir sind auch als kirchenleitendes Gremium vor Ort eine Gemeinschaft von Gläubigen, nicht von Verwaltern. Wir leben alle aus der Kraft Gottes und können uns seiner Hilfe sicher sein. Das heißt konkret für die Arbeit im Kirchenvorstand: Kreativ werden bei der Lösungsfindung. Gewöhnen wir uns daran, dass nicht alles bleiben wird wie es war. Ecclesia semper reformanda gilt auch heute. Wir müssen uns überlegen, ob wir immer nur dem Mangel hinterlaufen wollen und jammern über das, was fehlt, oder nicht vielmehr mit dem, was wir haben – und es ist immer noch viel! – das Leben der Kirchengemeinde gestalten wollen. Die Zukunft unserer Kirchengemeinde liegt bei uns – wenn wir uns nicht dafür einsetzen, tut es niemand. “Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt”, sagt Jesus zu uns und hilft dem Vater zu glauben. Was wollen wir eigentlich mehr als Jesus, der uns hilft zu glauben?

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