
Im Artikel der Gelnhäuser Neue Zeitung vom 14.8.2010 “Widerstand gegen die Plände des Bischofs” zu der anstehenden Pfarrstellenanpassung wird eine aktuelle Kontroverse in der Gemeinde beschrieben. Leider ist der Artikel in einigen Punkten nicht ganz präzise und mit zum Teil irreführenden Interpretationen versehen. So finde ich, dass die klare und überaus begrüßenswerte Position des Bischofs, Kirche im ländlichen Raum präsent zu halten, dabei aber gleichzeitig den wirtschaftlich notwendigen Einsparungsvorgaben zu entsprechen, wie die Quadratur des Kreises erscheint. Das ist für alle Beteiligten äußerst schwer umzusetzen. Ich kenne kein Modell, das diese beiden Positionen gleichwertig miteinander vereint. Diesen beiden widerstrebenden Poeln gerecht zu werden und ein zukunftsfähiges Modell zu erarbeiten verlangt von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Anstrengung, Kreativität und Feingefühl.
Bei dem Satz “Ich bin vom Bischof enttäuscht” handelt es sich um eine unzulässige Interpretation des Autors, mitnichten um ein Zitat. Diese Aussage habe ich nicht gemacht, sie wäre auch vollkommen sinnlos, da auch der Bischof bei seiner Entscheidung den wirtschaftlichen Nöten der Kirche unterworfen ist. Ich habe meiner Enttäuschung darüber Ausdruck verliehen, dass wir jetzt nicht mehr in der Lage sind, den notwendigen Veränderungsprozess mit den Gemeinden aktiv mit zu gestalten und so mit möglichst wenig Komplikationen und möglichst sanft für die Gemeinden und alle Betroffenen die Veränderungen voranzubringen.
Auch Kirche ist selbstverständlich wirtschaftlichen Sachzwängen unterworfen. Wir möchten angesichts dieser Notwendigkeiten eine Lösung finden, die trotz der Sparzwänge eine optimale Gewährleistung im Hinblick auf Verkündigung, Seelsorge und Diakonie darstellt. Dies kann aus meiner Perspektive nur gemeinsam mit allen Beteiligten, den Kirchengemeinden, dem Kirchenkreis und der Kirchenleitung, zu einem optimalen Ergebnis führen. Denn letztendlich arbeiten wir alle für die lebendige Kirche Jesu Christi.
Liebe Geske Ballhorn,
man muss Dich zweifach bedauern. Ich kenne beide Problempunkte aus eigener Praxis leider sehr gut.
Es ist schon äußert ärgerlich wie frei die Lokalpresse mit Äußeringen umgeht und diese teilweise grob verfälschend abdruckt. Man kann nur hoffen, dass auch die kirchlichen Stellen und Vorgesetzten damit ihre Erfahrungen gemacht haben. Mir selbst wurden bei Antrittsinterviews zweimal derart die Worte im Mund rumgedreht, dass zu lesen war, ich würde gerne ein bis eineinhalb Stunden pro Gottesdienst predigen und man könne zum Sündigen nur einladen, weil Gott gerne verzeihe !
Und auch die Situation der ländlichen Gemeinde ist uns leidlich bekannt. Ich Teile die Meinung, dass die Kirche Leine strukturelle Lösung zur ausreichenden Versorgung und Gemeindeentwicklung anbieten kann. Besonders in Zeiten von Vakanzen, die im Vogelsberg eher die Regel darstellen, wird dieser Mißstand virulent.
Ich wünsche Dir deshalb viel Kreativität und trotz allem viel Freude am Dienst.