Für Konfirmanden ist alles im Umbruch: Sie werden erwachsen, lösen sich aus alten Strukturen und Kontexten und suchen und schaffen sich selbst ein eigenes Umfeld. Sie werden andere Menschen und übernehmen neue Verantwortung für das eigene Leben. Nicht immer ist dieser Prozess reibungsfrei und schmerzlos – das gilt für die Konfirmanden genauso wie für ihr Umfeld.
Wo es für sie hingeht und wie ihre Zukunft aussieht, darüber entscheiden sie nun mehr und mehr selbst. Für einige dieser jungen Menschen steht vor der Konfirmation noch die Taufe an. Eine Entscheidung für das ganze Leben ist gefordert. Mit der Taufe entscheiden sie sich in einer Zeit, in der alles umbricht, für Gottes Treue und Liebe. Auf ihn wollen sie sich verlassen. Mit ihm wollen sie weitergehen, auch wenn sie noch nciht ganz wissen, wie der Weg aussehen wird. Als Pfarrerin ist es etwas Besonderes, Konfirmanden zu taufen. Ihre Entscheidung treffen sie selbst, bewußt und erwachsen. Ihr Ja gilt für sie selbst und kommt von ihnen selbst.
Hier ein Vorschlag für eine Tauffrage an Konfirmanden sowie an Eltern und Paten:
Liebe/r XX
Du willst heute getauft werden.
Du weißt, was die Taufe bedeutet.
Du weißt, dass Gott dich damit als sein geliebtes Kind annimmt und du Teil seiner Kirche wirst.
Die Kirche folgt auf ihrem Weg durch die Zeit den Geboten Gottes in der Nachfolge Jesu, der uns geboten hat, Gott, unseren Nächsten und uns selbst zu lieben.
Wollt ihr heute seinen Geist empfangen, Altes ablegen, euch versöhnen lassen mit Gott und euch neu machen lassen in der Taufe auf den Namen des dreieinigen Gottes,
so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.
Liebe Eltern, liebe Paten,
wollt ihr eure Kinder auf dem Weg der Nachfolge Jesu nach Kräften unterstützen und ihnen ein Vorbild darin sein, Gott und die Menschen zu lieben,
so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.
Archive for the ‘Gemeinde’ Category
Taufe – da gehöre ich hin
Mai 3rd, 2012Ehrenamt? Ehrensache!
August 27th, 2011Unverhofft klingelt es an der Tür: ein netter Mensch stellt sich vor und erzählt von seiner Mitarbeit beim Aufstellen von Zaun und Tor des Kindergartens Elm vor einigen Jahren. Nun wird es neu gemacht und er ist interessiert am Vorangehen der Arbeiten und bietet sogar erneut Hilfe an. Eine tolle Begegnung! Als Pfarrer kann man da nur eines sagen: von Herzen Dankeschön! Erst mit Menschen, die einen Teil ihrer Zeit und Kraft der Kirchengemeinde zur Verfügung stellen, läuft die Arbeit richtig gut.
Es gibt viele Stellen, wo es möglich und auch nötig ist, dass neben den hauptamtlichen Mitarbeitern noch mehr Menschen mitarbeiten: bei der gemeinsamen Leitung der Gemeinde im Kirchenvorstand, bei der Gottesdienstgestaltung, im KiGo-Team, im Besuchsdienst, in der Seniorenarbeit und Frauenarbeit und und und. Das betrifft die Arbeit in Gruppen, die oft über Jahre und Jahrzehnte laufen genauso wie das einzelne Projekt. Denken Sie nur an den gelungenen Kirchentag in Schlüchtern! Viel Engagement war nötig, um ihn auf die Beine zu stellen, und viel Vorbereitung, aber es ist gelungen und war ein wunderbares Fest. Oder den Unternehmer, der mit seinem Know-How, seiner technischen und personellen Ausstattung ganz selbstverständlich hilft, eine große Baustelle in den Griff zu bekommen.
Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre der Auftrag der Kirchengemeinde, das Evangelium zu den Menschen zu bringen, nicht zu erfüllen. » More: Ehrenamt? Ehrensache!
Klarstellung zum Bericht der GNZ am 14.8.2010
August 14th, 2010
Im Artikel der Gelnhäuser Neue Zeitung vom 14.8.2010 “Widerstand gegen die Plände des Bischofs” zu der anstehenden Pfarrstellenanpassung wird eine aktuelle Kontroverse in der Gemeinde beschrieben. Leider ist der Artikel in einigen Punkten nicht ganz präzise und mit zum Teil irreführenden Interpretationen versehen. So finde ich, dass die klare und überaus begrüßenswerte Position des Bischofs, Kirche im ländlichen Raum präsent zu halten, dabei aber gleichzeitig den wirtschaftlich notwendigen Einsparungsvorgaben zu entsprechen, wie die Quadratur des Kreises erscheint. Das ist für alle Beteiligten äußerst schwer umzusetzen. Ich kenne kein Modell, das diese beiden Positionen gleichwertig miteinander vereint. Diesen beiden widerstrebenden Poeln gerecht zu werden und ein zukunftsfähiges Modell zu erarbeiten verlangt von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Anstrengung, Kreativität und Feingefühl.
Der KOMM(unikations)RAUM
August 7th, 2010
Die Räume einer Kirchengemeinde dienen der Gemeinschaft von Menschen: dort wird geredet und gearbeitet, gelacht und getrauert, gebetet und gesungen. Zugleich sind die Gemeinderäume auch ein wesentlicher Spiegel des Selbstverständnisses einer Kirchengemeinde: Wie sind sie gestaltet? Welche Formen und Farben wurden ausgewählt? Unterstützen die Räume den Inhalt des Zusammenseins? Vor allem aber: Sind sie einladend? Werden die Menschen, die diesen Raum betreten, sich darin wohl fühlen und gern wiederkommen?
In meiner Gemeinde wird das Gemeindebüro von der Gemeindesekretärin betreut, die die anfallenden Büroarbeiten erledigt und Ansprechpartnerin für allerlei Anliegen der Gemeindemitglieder ist.
Mein “dolles Dorf”
Februar 16th, 2010Anruf des Bürgermeisters am Donnerstag abend, 20.38, mitten in der Chorprobe, auf meinem Handy: „Wir sind als dolles Dorf im hr-Fernsehen gezogen worden! Wir treffen uns heute abend noch mit dem hr-Team zur Besprechung im Rathaus. Kommen Sie?“ Natürlich komme ich. Wenn das Dorf vorgestellt wird, darf die Kirche nicht fehlen, und damit ich als Pfarrerin auch nicht. Im Rathaus ab 22.00 Uhr: eine fröhliche große Runde von neugierigen Menschen, die ihren Verein oder Aktivität gern präsentieren möchten und Teil sein wollen im Fernsehbeitrag. Das Fernsehteam wird begeistert und mit Tusch empfangen, und dann wird besprochen, wie der Ort am besten präsentiert werden kann, was hier typisch ist und wie was wann gedreht werden kann. Die Kirche steht nur auf der Liste des Bürgermeisters weit oben, für das Fernsehteam ist sie zunächst kein hotspot. » More: Mein “dolles Dorf”
Zwischenstand: … und nicht zurück auf Null
Februar 3rd, 2010Im Januar fand nach dem Ende meiner Hilfspfarrzeit mein feierlicher Einführungsgottesdienst in der Kirchengemeinde statt, in der ich nun seit knapp drei Jahren Dienst tue. So viel Freundlichkeit, ehrliche Anteilnahme und Wertschätzung spürte ich an dem Tag, wie sie einem Pfarrer wohl nur selten gebündelt gesagt wird. Meine Predigt im Gottesdienst lesen Sie hier: Liebe Gemeinde, einige von euch mögen sich gewundert haben, jetzt zu meinen Einführungsgottesdienst eingeladen zu werden. “Ja, was waren Sie denn vorher?” und ähnliche Fragen habe ich mehrfach gehört. “Sie sind doch schon Pfarrerin!” Ja, bin ich auch, seit meiner Ordination. Meine Lehrzeit war vorher das Vikariat, und ich bin schon seit fast drei Jahren hier eure Pfarrerin. Heute die Einführung zu feiern, hat formale Gründe, vergleichbar einer Beförderung. Aber natürlich: an einem solchen Tag schaue ich auch zurück auf das, was gewesen ist, und wie ich hierher gekommen bin und was meine Arbeit prägt. 
Aus dem Vikariat hierher hat mich ein Satz begleitet, und er hat nie besser gepaßt als gerade heute. Ein Satz, den mir eine Freundin, selbst Pfarrerin, zu Beginn meines Vikariats sagte in Bezug auf meine Aufgabe als Liturgin im Gottesdienst. Sie sagte: Es geht nicht um dich. » More: Zwischenstand: … und nicht zurück auf Null
Besucher
Januar 12th, 2010Über´s Besuchen habe ich hier bereits geschrieben. Hier noch ein paar Slides dazu:
Schokolade gefällig?
Januar 12th, 2010Nach den Feiertagen kann ich eigentlich keine Schokolade mehr sehen. Einzige Ausnahme ist „Chocolat“, der Film von Lasse Halström. Besonders nett finde ich die Szene, in der Père Henri in seiner Osterpredigt feststellt, dass es nicht darauf ankomme, wen wir als Gemeinde ausschließen, sondern wen wir bei uns aufnehmen. Seiner Meinung nach sollten wir Jesus vor allem in seiner Menschlichkeit folgen, in seiner Güte und Toleranz. Und Güte zeigt sich eben nicht in der Strenge, sondern in der Offenheit, vor allem der Offenheit gegenüber anderen Menschen.
So wünschen wir uns das auch für unsere Kirchengemeinde: offen gegenüber anderen, nicht abgrenzend, sondern integrierend. » More: Schokolade gefällig?
Zukunft Konfirmanden
Januar 7th, 2010„Seid brennend im Geist“, gibt Paulus den Gemeinden mit auf ihren Weg. Seid mit vollem Herzen dabei, tretet leidenschaftlich für das Evangelium von Jesus Christus ein und verbreitet das Wort weiter: brennend, funkensprühend und ansteckend. Der Geist als ein Feuer, das in uns brennt, und uns anfacht zu einem Leben im Glauben an Jesus Christus. Wir müssen uns zweitausend Jahre später immer neu besinnen, die Freude und Leidenschaft der ersten Christenheit über die brennende Flamme des Geistes in unseren Gemeinden spürbar zu machen, das Feuer nicht ausgehen zu lassen sondern aus seiner Energie heraus zu leben.
Eine lebendige, aktive, wachsende Gemeinde wünschen sich alle, Pfarrer wie Gemeindeglieder. Ein Ort, wo sich engagierte Menschen einbringen und gemeinsam das Evangelium feiern. Eine Gemeinde, die Raum für die verschiedensten Interessen und Begabungen bietet, in der jeder sich wohl fühlt und sich gern einbringt. Eine Gemeinschaft, die einander trägt und weiter wächst.
Im Gemeindealltag fällt es nicht unbedingt leicht, sich vom Feuer des Geistes immer wieder anstecken zu lassen. Es fehlt an vielem in den Gemeinden, gerade auch an der nachfolgenden Generation. Der Funke springt nicht immer über zu den Jugendlichen!
Eine Ursache mag in der Art des Umgangs der Gemeinde mit Jugendlichen liegen, die sich freiwillig kirchlich engagieren, nämlich mit den Konfirmanden. Sie nehmen ein Jahr oder mehr intensiv am Gemeindeleben teil und sind geradezu prädestiniert, engagierte Mitglieder und Mitarbeiter zu werden. » More: Zukunft Konfirmanden