Posts Tagged ‘Gemeinde’

Dankbarkeit an Leib und Seele

September 29th, 2011

Am Erntedankfest feiern wir das Leben, das Gott uns schenkt, in seiner ganzen Fülle. Wir nehmen mit den Erntegaben wieder bewußter wahr, was gewachsen und schön geworden ist, und auch, was in diesem Jahr vielleicht verkümmert ist oder zuwenig Pflege hatte. In den Kirchen werden die Altäre reich geschmückt: Gemüse und Obst, Blumen und Getreide werden präsentiert als ein schönes Zusammenspiel der Schöpfungsgaben Gottes an uns. Die Dankbarkeit dafür drückt sich auch in der Sorge um unseren Nächsten aus. Brot für die Welt! fordern wir auch an diesem Tag wieder. Der Predigttext aus Jesaja 58 gibt einige ganz klare Hinweise. Die Sorge für das Brot des Nächsten muß als Christen für uns einfach dazugehören als Sorge um das leibliche Wohl des anderen. Dazu kommt aber auch die Sorge um das seelische und geistliche Wohl des Anderen: Jesaja sagt uns ganz klar, was auch die Zehn Gebote anmahnen und Jesus zu vielen Gelegenheiten sagt: „Wenn du in deiner Mitte niemanden unterjochst, nicht mit dem Finger zeigst und nicht übel über einen anderen redest…“, dann wird es nicht nur deinem Nächsten, sondern auch dir gut gehen. Die Dankbarkeit, die wir empfinden, wenn uns bewusst wird wie gut es uns geht, die drückt sich auch darin aus, wie wir miteinander umgehen. Dankbarkeit, Freundlichkeit, Versöhnungsbereitschaft und der gemeinsame Blick nach vorn baut auf, baut Gemeinde auf. Davon profitieren nicht nur andere, sondern auch wir selbst, denn über einen anderen Schlechtes zu reden, ihn mies zu machen, das fällt auf uns selbst zurück und zerstört auch in uns die Dankbarkeit. Die Dankbarkeit, die sich in Taten und in Worten ausdrückt, ist das beste Heilmittel gegen die Überforderung und den Frust, und sie verhilft uns zu einem schärferen Blick für das Wohl des Anderen und zu einem gelasseneren Umgang mit uns selbst.

Klarstellung zum Bericht der GNZ am 14.8.2010

August 14th, 2010

Im Artikel der Gelnhäuser Neue Zeitung vom 14.8.2010 “Widerstand gegen die Plände des Bischofs” zu der anstehenden Pfarrstellenanpassung wird eine aktuelle Kontroverse in der Gemeinde beschrieben. Leider ist der Artikel in einigen Punkten nicht ganz präzise und mit zum Teil irreführenden Interpretationen versehen. So finde ich, dass die klare und überaus begrüßenswerte Position des Bischofs, Kirche im ländlichen Raum präsent zu halten, dabei aber gleichzeitig den wirtschaftlich notwendigen Einsparungsvorgaben zu entsprechen, wie die Quadratur des Kreises erscheint. Das ist für alle Beteiligten äußerst schwer umzusetzen. Ich kenne kein Modell, das diese beiden Positionen gleichwertig miteinander vereint. Diesen beiden widerstrebenden Poeln gerecht zu werden und ein zukunftsfähiges Modell zu erarbeiten verlangt von allen Beteiligten ein Höchstmaß an Anstrengung, Kreativität und Feingefühl.

» More: Klarstellung zum Bericht der GNZ am 14.8.2010

Der KOMM(unikations)RAUM

August 7th, 2010

Büro der Kirchengemeinde, vor der NeugestaltungDie Räume einer Kirchengemeinde dienen der Gemeinschaft von Menschen: dort wird geredet und gearbeitet, gelacht und getrauert, gebetet und gesungen. Zugleich sind die Gemeinderäume auch ein wesentlicher Spiegel des Selbstverständnisses einer Kirchengemeinde: Wie sind sie gestaltet? Welche Formen und Farben wurden ausgewählt? Unterstützen die Räume den Inhalt des Zusammenseins? Vor allem aber: Sind sie einladend? Werden die Menschen, die diesen Raum betreten, sich darin wohl fühlen und gern wiederkommen?
In meiner Gemeinde wird das Gemeindebüro von der Gemeindesekretärin betreut, die die anfallenden Büroarbeiten erledigt und Ansprechpartnerin für allerlei Anliegen der Gemeindemitglieder ist.Büro der Kirchengemeinde, vor der Neugestaltung

» More: Der KOMM(unikations)RAUM

Mein “dolles Dorf”

Februar 16th, 2010

Anruf des Bürgermeisters am Donnerstag abend, 20.38, mitten in der Chorprobe, auf meinem Handy: „Wir sind als dolles Dorf im hr-Fernsehen gezogen worden! Wir treffen uns heute abend noch mit dem hr-Team zur Besprechung im Rathaus. Kommen Sie?“ Natürlich komme ich. Wenn das Dorf vorgestellt wird, darf die Kirche nicht fehlen, und damit ich als Pfarrerin auch nicht. Im Rathaus ab 22.00 Uhr: eine fröhliche große Runde von neugierigen Menschen, die ihren Verein oder Aktivität gern präsentieren möchten und Teil sein wollen im Fernsehbeitrag. Das Fernsehteam wird begeistert und mit Tusch empfangen, und dann wird besprochen, wie der Ort am besten präsentiert werden kann, was hier typisch ist und wie was wann gedreht werden kann. Die Kirche steht nur auf der Liste des Bürgermeisters weit oben, für das Fernsehteam ist sie zunächst kein hotspot. » More: Mein “dolles Dorf”

Zwischenstand: … und nicht zurück auf Null

Februar 3rd, 2010

Im Januar fand nach dem Ende meiner Hilfspfarrzeit mein feierlicher Einführungsgottesdienst in der Kirchengemeinde statt, in der ich nun seit knapp drei Jahren Dienst tue. So viel Freundlichkeit, ehrliche Anteilnahme und Wertschätzung spürte ich an dem Tag, wie sie einem Pfarrer wohl nur selten gebündelt gesagt wird. Meine Predigt im Gottesdienst lesen Sie hier:  Liebe Gemeinde, einige von euch mögen sich gewundert haben, jetzt zu meinen Einführungsgottesdienst eingeladen zu werden. “Ja, was waren Sie denn vorher?” und ähnliche Fragen habe ich mehrfach gehört. “Sie sind doch schon Pfarrerin!” Ja, bin ich auch, seit meiner Ordination. Meine Lehrzeit war vorher das Vikariat, und ich bin schon seit fast drei Jahren hier eure Pfarrerin. Heute die Einführung zu feiern, hat formale Gründe, vergleichbar einer Beförderung. Aber natürlich: an einem solchen Tag schaue ich auch zurück auf das, was gewesen ist, und wie ich hierher gekommen bin und was meine Arbeit prägt.

Aus dem Vikariat hierher hat mich ein Satz begleitet, und er hat nie besser gepaßt als gerade heute. Ein Satz, den mir eine Freundin, selbst Pfarrerin, zu Beginn meines Vikariats sagte in Bezug auf meine Aufgabe als Liturgin im Gottesdienst. Sie sagte: Es geht nicht um dich. » More: Zwischenstand: … und nicht zurück auf Null

Besucher

Januar 12th, 2010

Über´s Besuchen habe ich hier bereits geschrieben. Hier noch ein paar Slides dazu:

» More: Besucher

Schokolade gefällig?

Januar 12th, 2010

Nach den Feiertagen kann ich eigentlich keine Schokolade mehr sehen. Einzige Ausnahme ist „Chocolat“, der Film von Lasse Halström. Besonders nett finde ich die Szene, in der Père Henri in seiner Osterpredigt feststellt, dass es nicht darauf ankomme, wen wir als Gemeinde ausschließen, sondern wen wir bei uns aufnehmen. Seiner Meinung nach sollten wir Jesus vor allem in seiner Menschlichkeit folgen, in seiner Güte und Toleranz. Und Güte zeigt sich eben nicht in der Strenge, sondern in der Offenheit, vor allem der Offenheit gegenüber anderen Menschen.

So wünschen wir uns das auch für unsere Kirchengemeinde: offen gegenüber anderen, nicht abgrenzend, sondern integrierend. » More: Schokolade gefällig?

Zukunft Konfirmanden

Januar 7th, 2010

„Seid brennend im Geist“, gibt Paulus den Gemeinden mit auf ihren Weg. Seid mit vollem Herzen dabei, tretet leidenschaftlich für das Evangelium von Jesus Christus ein und verbreitet das Wort weiter: brennend, funkensprühend und ansteckend. Der Geist als ein Feuer, das in uns brennt, und uns anfacht zu einem Leben im Glauben an Jesus Christus. Wir  müssen uns zweitausend Jahre später immer neu besinnen, die Freude und Leidenschaft der ersten Christenheit über die brennende Flamme des Geistes in unseren Gemeinden spürbar zu machen, das Feuer nicht ausgehen zu lassen sondern aus seiner Energie heraus zu leben.
Eine lebendige, aktive, wachsende Gemeinde wünschen sich alle, Pfarrer wie Gemeindeglieder. Ein Ort, wo sich engagierte Menschen einbringen und gemeinsam das Evangelium feiern. Eine Gemeinde, die Raum für die verschiedensten Interessen und Begabungen bietet, in der jeder sich wohl fühlt und sich gern einbringt. Eine Gemeinschaft, die einander trägt und weiter wächst.
Im Gemeindealltag fällt es nicht unbedingt leicht, sich vom Feuer des Geistes immer wieder anstecken zu lassen. Es fehlt an vielem in den Gemeinden, gerade auch an der nachfolgenden Generation. Der Funke springt nicht immer über zu den Jugendlichen!
Eine Ursache mag in der Art des Umgangs der Gemeinde mit Jugendlichen liegen, die sich freiwillig kirchlich engagieren, nämlich mit den Konfirmanden. Sie nehmen ein Jahr oder mehr intensiv am Gemeindeleben teil und sind geradezu prädestiniert, engagierte Mitglieder und Mitarbeiter zu werden. » More: Zukunft Konfirmanden

Erfolgsmodell Besuche

Dezember 3rd, 2009

Besuche haben einen festen Platz im meinem Terminkalender. Sie sind darin verankert zu hohen runden Geburtstagen oder Hochzeitsjubiläen, seit neuestem auch zu 18. Geburtstagen, und natürlich nach Bedarf. Und es müssten noch viel mehr sein! Denn Besuche können weit mehr als eine Gratulation zu freudigen Anlässen oder eine seelsorgerliche Unterstützung in schwierigen Zeiten sein. Besuche sind auch eine Form der Verkündigung, und das ist schließlich der erste Auftrag einer Kirchengemeinde. Dadurch gewinnen sie eine hohe Bedeutung für den Gemeindeaufbau.

Denn was ist das größte aktuelle Problem von Kirchengemeinde? Es ist der Mitgliederschwund. Wir können uns wohl kaum damit zufrieden geben, dass die Mitgliederzahlen bestenfalls stagnieren. Schließlich haben wir das beste Angebot für die Menschen überhaupt, und trotzdem konkurrieren wir mit den Ablenkungen unserer Zeit, Werbung, Konsum und andere Nichtigkeiten. » More: Erfolgsmodell Besuche

Kirchenvorstand – Verwaltung des Mangels?

Oktober 25th, 2009

Ein ganz normaler Abend im Kirchenvorstand. Eine Runde netter Menschen, denen die Kirche und die Menschen vor Ort so sehr am Herzen liegt, dass sie ihre Freizeit mit ehrenamtlicher Arbeit für die Kirche füllen. Doch leider – viel zu oft keine fröhliche, positive, der Zukunft zugewandte Runde. Denn auf der Tagesordnung findet sich Unangenehmes: Bausachen, Verwaltung, das liebe Geld. Es wird überall weniger und knapper, ist der Eindruck der hängen bleibt. Der Kirchenvorstand beschäftigt sich mehr mit Verwaltungsaufgaben, als ihm gut tut. Die geistlichen Leitungsaufgaben, die der Kirchenvorstand ja auch hat, kommen viel zu oft zu kurz. Immer häufiger stellen sich die Fragen im Kirchenvorstand: Worum geht es uns eigentlich noch? Verlieren wir uns nicht zu sehr in Verwaltungsfragen? Haben wir nicht schon verloren, angesichts knapper werdender Ressourcen überall? Glauben wir noch an den Sinn unserer Arbeit? » More: Kirchenvorstand – Verwaltung des Mangels?